Commentary

5 Tipps für Marken zum Umgang mit Preisen in Zeiten der Inflation

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5 Tipps für Marken zum Umgang mit Preisen in Zeiten der Inflation


Der inflationäre Anstieg der Herstellkosten führte zuletzt zu einer massiven Preissteigerung in der gesamten FMCG-Branche. Die Inflation der Herstellkosten ist auf massive Störungen in der globalen Lieferkette zurückzuführen.

Diese hatten zur Folge, dass Transportkosten (+300 % gegenüber dem Vorjahr), Rohstoffpreise (+33 % gegenüber dem Vorjahr) sowie Energiekosten (+20 % gegenüber dem Vorjahr) drastisch gestiegen sind – und das in einer Zeit, in der sich die Welt an eine Wirtschaft nach Covid anpasst und die Nachfrage weltweit steigt.

Die explodierenden Kosten zwingen Teile der Konsumgüterindustrie dazu, die Preise auf ein Niveau anzuheben, das seit über 20 Jahren nicht mehr erreicht wurde. Führende FMCG-Unternehmen sind gezwungen, ihre Preisgestaltungsstrategien zu überdenken und neu zu bewerten.


Herausforderungen der Inflation für Marken

NielsenIQ unterstützt viele Unternehmen weltweit dabei, diese außergewöhnlichen Zeiten zu meistern und sich erfolgreich für die Zukunft aufzustellen. In unserem jüngsten Webinar “Wie Sie in turbulenten Zeiten Preiserhöhungen durchsetzen” haben wir Herstellern und Händlern die folgenden Empfehlungen an die Hand gegeben:

Auch in Zeiten der Coronapandemie ist der Preis der Hebel mit dem größten Einfluss auf die Gewinnspanne. Anders ausgedrückt: Der Preis ist das wichtigste Kriterium, das sich auf die Geschäftsergebnisse auswirkt, noch vor den Fixkosten, den variablen Kosten oder sogar dem Umsatzvolumen. Eine Steigerung des Preises um 1 % entspricht dabei einer Erhöhung der Gewinnspanne um 11 %.

Die Macht bei der Preisgestaltung ist ein klarer Indikator für den Markenwert, sagt aber auch viel über die Gesundheit des Unternehmens aus. Die Preisgestaltung ist entscheidend für den langfristigen Erfolg.

Auch wenn führende Unternehmen die Bedeutung von proaktiven Preisstrategien erkannt haben, ist es dennoch oft schwierig, diese in die Praxis umzusetzen. Das gilt vor allem für Matrixunternehmen. Um auch in Zukunft wachsen zu können, muss das Thema Preis- und Promotion-Gestaltung ins Zentrum gerückt werden, zusammen mit shopper-basierten Preisstrukturen zur Aufrechterhaltung der Profitabilität und innovativen Plänen für den optimalen Produktmix.

Reden wir über Preise

Möchten Sie mehr über unsere insights erfahren? Teilen Sie uns Ihre Herausforderungen bei der Preisgestaltung mit und erfahren Sie, wie Sie Ihre Strategie optimieren können?


5 wichtige Faktoren für eine wirksame Preisstrategie

1. Möglichkeiten bei der Preisgestaltung ermitteln 

Seit Beginn der Coronapandemie haben sich Preisstrukturen dramatisch verschoben, und das untere Preissegment sowie das Premiumsegment sind in den meisten Kategorien und Ländern gewachsen.

Unternehmen sollten diese neu entstehende Nachfrage sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kategorien, in denen sie konkurrieren, identifizieren. So können sie Möglichkeiten der effektiven Re-Positionierung von Preisen genau erkennen.

2. Entwicklung einer Preisstrategie auf Artikelebene

Eine artikelgenaue Preisstrategie, basierend auf granularen Preismodellings geschäftsindividueller Absatzdaten, ist eine gute Möglichkeit, den durch die neuen Preise geschaffenen Wert zu messen.

3. Wettbewerber im Auge behalten 

Verschiedene ‘War Game’ Szenarien (Preiserhöhungen, Preissenkungen, Promotions) verstehen: Antizipieren Sie diese, um schnell auf  eventuelle Wettbewerber-Aktionen reagieren zu können.

Gewinnen Sie ein klares Verständnis der wichtigsten kommerziellen Hebel sowie der Aktionen und Reaktionen der Wettbewerber, um eine Strategie entwickeln zu können.

4. Erstellen Sie einen kurzfristigen Plan zur Preiserhöhung  

Leaders activate a net price appreciation plan with full view of the brand P&L and the retailer P&L. Managing the gross to net price cFührende Unternehmen erstellen einen Plan zur Nettopreiserhöhung mit vollem Überblick über die Marken-GuV und die Einzelhandels-GuV. Das Management von Brutto- und Nettopreisen bei Preisveränderungen – mit Blick auf die gesamte Kategorie –  ermöglicht eine effektive Argumentation gegenüber dem Einzelhandel, die Preiserhöhungen rechtfertigt. Es zeigt außerdem, wie diese Preiserhöhungen mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Dauerniedrig-Preisen und Promotionintensität umgesetzt werden sollen.

5. Nutzen Sie Innovationen für langfristige Preiserhöhungen 

Dieser letzte Punkt geht Hand in Hand mit dem vorhergehenden: Wenn es um Ihr “Preisgestaltungs-Narrativ” geht, stellen Sie das Thema Innovation in den Mittelpunkt Ihrer Geschichte. Heben Sie den Innovationsplan und alle Marketing- und Handelsinvestitionen hervor, die eingesetzt werden, um den Umsatz zu steigern und Wachstum zu erzielen. Ihr Innovationsplan zeigt auf, wie neue Marken, Formate und Verpackungen neue Verbraucherbedürfnisse befriedigen und damit ein Preispremium rechtfertigen.


Was kommt als Nächstes?

In Zeiten der Pandemie und ihren Auswirkungen auf die Wirtschaft steigt die Preissensibilität der Verbraucher. Die Preiselastizitäten verschieben sich je nach Kategorie und Bedarf.

Eine effiziente Preisstrategie ist gerade in diesen turbulenten Zeiten besonders wichtig. Eine proaktive Analyse der Bedürfnisse und Reaktionen des Marktes und der Kunden hilft, eine langfristige und klare Planung für die Preisgestaltung anzugehen – für Ihren Unternehmenserfolg und eine stärkere Kundenbindung.