Regionalisierte NIQ Kaufkraftdaten für die Schweiz, Österreich und Deutschland
Bruchsal, 8. April 2026 – Auch im Jahr 2026 liegen die Schweizer bei der Kaufkraft im deutschsprachigen Raum wieder auf Platz eins. Mit einer durchschnittlichen Pro‑Kopf‑Kaufkraft von 54.730 Euro steht ihnen deutlich mehr Geld für Konsum und Sparen zur Verfügung als den Österreichern mit 31.454 Euro und den Deutschen mit 31.193 Euro. Die aktuellen Kaufkraftstudien 2026 von NIQ Geomarketing verdeutlichen zudem, dass sich das Ausgabepotenzial nicht nur zwischen den Ländern, sondern auch innerhalb der jeweiligen Nationen regional stark unterscheidet.
Innerhalb der DACH‑Region weist jedoch Deutschland das stärkste Kaufkraftwachstum auf. Gegenüber dem revidierten Vorjahreswert steigt das verfügbare Nettoeinkommen der Schweizer und Österreicher 2026 nominal um 2,5 Prozent, während Deutschland mit 5,0 Prozent eine rund doppelt so hohe Zuwachsrate verzeichnet. Die größte absolute Kaufkraftsumme entfällt auf Deutschland mit 2.607,0 Milliarden Euro, gefolgt von der Schweiz mit 495,4 Milliarden Euro (ohne Liechtenstein) und Österreich mit 290,0 Milliarden Euro.
Carsten Buchart, Experte im Bereich Geomarketing von NIQ, kommentiert: „Während Deutschland 2026 mit einem nominalen Plus von 5,0 Prozent das stärkste Wachstum der Pro‑Kopf‑Kaufkraft in der DACH‑Region verzeichnet, legen Österreich und die Schweiz mit jeweils 2,5 Prozent moderater zu. Spannend ist jedoch eine feinräumigere Betrachtung: In allen drei Ländern erreichen vor allem Umlandkreise wirtschaftsstarker Zentren die höchsten Pro‑Kopf‑Kaufkraftwerte. Hauptstadtregionen liegen dagegen meist unter dem jeweiligen Landesdurchschnitt.“
Die Kaufkraft misst das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten und steht für Konsumausgaben, Wohnen, Freizeit oder Sparen zur Verfügung. Ob der nominale Kaufkraftzuwachs 2026 tatsächlich zu einem realen Plus führt, hängt allerdings maßgeblich von der Entwicklung der Verbraucherpreise ab. Der regionale Fokus der Studie macht deutlich, wie unterschiedlich sich die Kaufkraft auf Länder und Regionen verteilt.
Schweiz
Eine detaillierte regionale Analyse der Kaufkraft zeigt, in welchen Teilen der Schweiz besonders hohe Nettoeinkommen erzielt werden. Von den 26 Kantonen weisen lediglich acht eine überdurchschnittliche Kaufkraft auf, während 18 Kantone unter dem Landesdurchschnitt liegen. Spitzenreiter bleibt wie in den Vorjahren der Kanton Zug, dessen Einwohner mit einer Pro‑Kopf‑Kaufkraft von 94.405 Euro mehr als 72 Prozent über dem Schweizer Durchschnitt liegen. Es folgen Schwyz mit 81.236 Euro sowie Nidwalden mit 68.791 Euro pro Kopf auf den Rängen zwei und drei.
Top 10 Kantone Schweiz 2026
| Rang | Kanton | Einwohner | Kaufkraft pro Einwohner in € | Kaufkraft pro Einwohner Index* |
| 1 | Zug | 133.739 | 94.405 | 172,5 |
| 2 | Schwyz | 168.931 | 81.236 | 148,4 |
| 3 | Nidwalden | 45.345 | 68.791 | 125,7 |
| 4 | Zürich | 1.620.020 | 62.433 | 114,1 |
| 5 | Obwalden | 39.662 | 58.495 | 106,9 |
| 6 | Genève | 531.102 | 58.346 | 106,6 |
| 7 | Appenzell Innerrhoden | 16.733 | 57.863 | 105,7 |
| 8 | Basel-Landschaft | 301.323 | 56.722 | 103,6 |
| 9 | Graubünden / Grigioni / Grischun | 206.138 | 54.426 | 99,4 |
| 10 | Basel-Stadt | 201.384 | 53.080 | 97,0 |
Quelle: NIQ Kaufkraft Schweiz 2026 | * Index je Einwohner; 100 = Landesdurchschnitt
Die größten Kaufkraftgewinne gegenüber dem Vorjahr verzeichnen die Kantone Zug und Genf (Genève), die jeweils um mehr als drei Indexpunkte zulegen. Als bereits kaufkraftstärkster Kanton weist Zug damit auch auf hohem Ausgangsniveau weitere Zugewinne aus. In Zug tragen unter anderem die seit Jahren niedrige Steuerbelastung und die Ansiedlung einkommensstarker Haushalte dazu bei. Genf profitiert hingegen von seiner Rolle als Standort mit einer hohen Konzentration internationaler Organisationen und qualifizierter Arbeitsplätze.
Am unteren Ende des Rankings liegt 2026 erneut der Kanton Jura. Mit einer Pro‑Kopf‑Kaufkraft von 46.820 Euro befindet er sich damit mehr als 14 Prozent unter dem Schweizer Durchschnitt.
Bezirke
Auf Bezirksebene treten die regionalen Unterschiede noch deutlicher zutage. Mit großem Abstand führt der Bezirk Höfe das Ranking an. Dort stehen den Einwohnern durchschnittlich 144.630 Euro pro Kopf für Ausgaben und zum Sparen zur Verfügung, was mehr als dem 2,6-Fachen des Landesdurchschnitts entspricht. Auf den Rängen zwei und drei folgen der Kanton Zug und der Bezirk Meilen, deren Pro-Kopf-Kaufkraft mehr als 72 Prozent bzw. 65 Prozent über dem Schweizer Durchschnitt liegen. Am nächsten am Landesdurchschnitt ist die Kaufkraft im Bezirk Reiat, wo die Menschen ein Ausgabepotenzial von 54.724 Euro haben.
Top 10 Bezirke Schweiz 2026
| Rang | Bezirk | Einwohner | Kaufkraft pro Einwohner in € | Kaufkraft pro Einwohner Index* |
| 1 | Bezirk Höfe | 30.224 | 144.630 | 264,3 |
| 2 | Kanton Zug | 133.739 | 94.405 | 172,5 |
| 3 | Bezirk Meilen | 109.547 | 90.294 | 165,0 |
| 4 | Bezirk Küssnacht (SZ) | 14.148 | 84.375 | 154,2 |
| 5 | Bezirk March | 46.606 | 74.088 | 135,4 |
| 6 | Bezirk Horgen | 132.542 | 71.535 | 130,7 |
| 7 | Kanton Nidwalden | 45.345 | 68.791 | 125,7 |
| 8 | District de Lavaux-Oron | 65.715 | 67.964 | 124,2 |
| 9 | Bezirk Affoltern | 58.190 | 64.745 | 118,3 |
| 10 | District de Nyon | 107.579 | 64.354 | 117,6 |
Quelle: NIQ Kaufkraft Schweiz 2026 | * Index je Einwohner; 100 = Landesdurchschnitt
Den stärksten relativen Zuwachs unter allen Schweizer Bezirken erzielt Unterklettgau. Obwohl die Pro‑Kopf‑Kaufkraft mit 48.879 Euro dort knapp 11 Prozent unter dem Landesdurchschnitt liegt, verbessert sich der Bezirk im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Indexpunkte.
Den letzten Platz nimmt wie im Vorjahr der Wahlkreis Entlebuch ein. In der Region zwischen Bern und Luzern haben die Einwohner ein verfügbares Nettoeinkommen von 39.980 Euro, womit sie exakt 27 Prozent unter dem Schweizer Durchschnitt liegen. Damit ist die Pro-Kopf-Kaufkraft im Bezirk Höfe mehr als 3,6-mal so hoch wie im Wahlkreis Entlebuch.
Österreich
Im Vergleich zur Schweiz ist die Kaufkraft auf Ebene der österreichischen Bundesländer deutlich gleichmäßiger verteilt. Niederösterreich belegt auch 2026 wieder den ersten Platz und liegt mit einem Ausgabepotenzial von 32.899 Euro pro Kopf knapp 5 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Auf den Rängen zwei und drei folgen Vorarlberg mit 32.501 Euro und Salzburg mit 32.380 Euro.
Bundesland-Ranking Österreich 2026
| Rang | Bundesland | Einwohner | Kaufkraft pro Einwohner in € | Kaufkraft pro Einwohner Index* |
| 1 | Niederösterreich | 1.730.094 | 32.899 | 104,6 |
| 2 | Vorarlberg | 412.356 | 32.501 | 103,3 |
| 3 | Salzburg | 573.748 | 32.380 | 102,9 |
| 4 | Burgenland | 301.674 | 32.294 | 102,7 |
| 5 | Oberösterreich | 1.537.669 | 32.086 | 102,0 |
| 6 | Steiermark | 1.272.195 | 31.611 | 100,5 |
| 7 | Tirol | 779.174 | 31.498 | 100,1 |
| 8 | Kärnten | 570.167 | 31.268 | 99,4 |
| 9 | Wien | 2.042.036 | 29.097 | 92,5 |
Quelle: NIQ Kaufkraft Österreich 2026 | * Index je Einwohner; 100 = Landesdurchschnitt
Erstmals weisen 2026 sieben der neun Bundesländer eine leicht überdurchschnittliche Kaufkraft auf, während nur zwei Bundesländer unter dem Durchschnitt liegen. Das Ende des Bundesländerrankings bildet – wie bereits in den Jahren zuvor – die Hauptstadt Wien, die mit einer Pro‑Kopf‑Kaufkraft von 29.097 Euro mehr als 7 Prozent unter dem österreichischen Durchschnitt liegt.
Die stärksten Indexzuwächse gegenüber dem Vorjahr erzielen Salzburg und Tirol mit 0,8 beziehungsweise 0,7 Indexpunkten – getragen vor allem von der hohen wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus.
Bezirke
Während sich die Kaufkraft auf Ebene der Bundesländer relativ homogen verteilt, treten auf Bezirksebene deutlich stärkere Unterschiede zutage. Am Beispiel von Wien wird besonders deutlich, wie wichtig eine differenzierte regionale Betrachtung ist. Zwar liegt die Hauptstadt im Bundeslandvergleich am Ende der Rangliste und auch die zehn kaufkraftschwächsten Bezirke befinden sich allesamt in Wien, zugleich zählen jedoch fünf Wiener Bezirke zu den kaufkraftstärksten in ganz Österreich. Damit zeigt sich innerhalb der Stadt eine sehr heterogene Verteilung der Kaufkraft.
Den ersten Platz belegt der 1. Wiener Bezirk (Innere Stadt) mit einer Pro‑Kopf‑Kaufkraft von 44.096 Euro, was mehr als 40 Prozent über dem österreichischen Durchschnitt liegt. Auf den Rängen zwei und drei folgen Mödling und Wiens 13. Bezirk (Hietzing) mit 39.376 Euro und 38.847 Euro. Den letzten Platz belegt Wiens 20. Bezirk (Brigittenau), dessen Einwohner mit 24.720 Euro pro Kopf über 21 Prozent weniger Geld zur Verfügung haben als der Durchschnitt der österreichischen Bevölkerung.
Top 10 Bezirke Österreich 2026
| Rang | Bezirk | Einwohner | Kaufkraft pro Einwohner in € | Kaufkraft pro Einwohner Index* |
| 1 | Wien 1.,Innere Stadt | 15.893 | 44.096 | 140,2 |
| 2 | Mödling | 121.511 | 39.376 | 125,2 |
| 3 | Wien 13.,Hietzing | 56.515 | 38.847 | 123,5 |
| 4 | Tulln | 109.893 | 36.168 | 115,0 |
| 5 | Korneuburg | 94.256 | 35.940 | 114,3 |
| 6 | Wien 19.,Döbling | 76.246 | 35.427 | 112,6 |
| 7 | Wien 8.,Josefstadt | 24.276 | 35.343 | 112,4 |
| 8 | Urfahr-Umgebung | 88.444 | 35.289 | 112,2 |
| 9 | Wien 7.,Neubau | 31.433 | 34.659 | 110,2 |
| 10 | Eisenstadt-Umgebung | 44.812 | 34.306 | 109,1 |
Quelle: NIQ Kaufkraft Österreich 2026 | * Index je Einwohner; 100 = Landesdurchschnitt
Neu in den Top 10 ist Wiens 7. Bezirk, der mit einem verfügbaren Nettoeinkommen von 34.659 Euro Rang neun belegt. Am nächsten an den österreichischen Durchschnitt kommt der Bezirk Schwaz, wo den Menschen im Schnitt 31.423 Euro für ihre Ausgaben und zum Sparen zur Verfügung stehen.
Die größten relativen Zugewinne erzielen drei der kaufkraftstärksten Hauptstadtbezirke. Wiens 8. Bezirk (Josefstadt) und 13. Bezirk (Hietzing) wachsen mit einem Plus von 3,1 und 3,2 Indexpunkten bereits sehr überdurchschnittlich im Vergleich zum Vorjahr – mit einem Zuwachs von 4,5 Indexpunkten liegt Wiens 1. Bezirk (Innere Stadt) jedoch deutlich auf dem ersten Platz.
Ergebnisse zur Kaufkraft-Studie Deutschland 2026
finden Sie in der Pressemitteilung vom 14.01.2026 unter https://nielseniq.com/global/de/news-center/2026/kaufkraft-der-deutschen-steigt-2026-um-5-prozent-auf-31193-euro/.
Zur Studie
Die NIQ Kaufkraft ist definiert als die Summe aller Nettoeinkünfte der Bevölkerung, bezogen auf den Wohnort. Neben dem Nettoeinkommen aus selbstständiger und nichtselbstständiger Arbeit werden ebenso Kapitaleinkünfte und staatliche Transferzahlungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld und Renten zur Kaufkraft hinzugerechnet. Von diesem verfügbaren Einkommen sind allerdings noch nicht die Ausgaben für Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Miete und Nebenkosten wie Gas oder Strom, Bekleidung oder das Sparen abgezogen. Basis der Berechnung sind, neben der Lohn- und Einkommenssteuerstatistik, einschlägige Statistiken zur Berechnung der staatlichen Leistungen sowie Prognosewerte der Wirtschaftsinstitute. Für die Berechnung der Schweizer Kaufkraftwerte wurde folgender Wechselkurs verwendet: 1 Euro = 0,926 Schweizer Franken.
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Nielsen IQ (NIQ) ist ein weltweit führendes Consumer Intelligence Unternehmen, das ein umfassendes Verständnis des Kaufverhaltens von Verbrauchern liefert und neue Wege zum Wachstum aufzeigt. NIQ ist in mehr als 90 Ländern tätig und deckt rund 85 Prozent der Weltbevölkerung sowie über 7,2 Billionen US-Dollar an globalen Verbraucherausgaben ab. Mit einer ganzheitlichen Betrachtung des Einzelhandels und den umfassendsten Einblicken in das Konsumverhalten, die mittels fortgeschrittener Analysen über hochmoderne Plattformen geliefert werden, bietet NIQ das Gesamtbild — the Full View™.
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